Kardiologen – Ärzte mit und fürs Herz

Die Kardiologie ist eines der medizinischen Fachgebiete, die wohl am meisten Fortschritt gemacht haben. Grund dürfte auch sein, dass Herzkreislauf-Erkrankungen sprunghaft angestiegen sind und immer mehr Menschen an einem Herzinfarkt erkranken.

Als Kardiologe darf sich in Deutschland nur bezeichnen, wer eine entsprechende Spezialausbildung gemacht hat und von der Ärztekammer als solcher anerkannt ist.

Die Kardiologie hat eine lange Geschichte, wobei die wirklichen Durchbrüche erst im 20. Jahrhundert kamen. Schon seit der Zeit der Griechen ist bekannt, dass man sehr wohl in der Lage war Herztöne zu hören und auch Unterschiede zu verstehen. Aber es fehlte sowohl das anatomische Wissen als auch die Kenntnis der Zusammenhänge. 1628 wurde der Blutkreislauf entdeckt und 1733 wurde erstmals der Blutdruck gemessen. Wirkliche Diagnostik kam aber erst mit der Erfindung des EKG, dem Elektrokardiografen, mit dem man die Herzschläge aufzeichnen und analysieren konnte.

Weil das Herz eine so zentrale Rolle in unserem Körper spielt, forschten Kardiologen unermüdlich an dem Organ, bei dem manche vermuten es sei auch Sitz der Seele. Weitere Meilensteine waren die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine und die erste Transplantation eines Herzens. Heute haben Kardiologen wesentlich bessere Diagnosemethoden und können zum Beispiel mit hochauflösendem Ultraschall, aber auch einem CT oder MRT das Herz dreidimensional darstellen und am Computer untersuchen, ohne den Körper öffnen zu müssen. Selbst Operationen, die zum Beispiel Adern in den Herzkranzgefäßen weiten, können heute minimalinvasiv durchgeführt werden.

In Deutschland sind etwa 3000 Kardiologen tätig, zwei Drittel davon als Kassenärzte. Gerade im Bereich der Kathederuntersuchungen und der interventionellen Kardiologie ist die Nachfrage immer größer geworden, und viele Ärzte haben sich darauf spezialisiert. Das zeigt sich auch in Fallzahlen; allein 2005 wurden 770.000 Linkskatheder-Untersuchungen vorgenommen, gegenüber 1084 fast eine Verzehnfachung,

Während früher solche Untersuchungen nur in speziellen Herzzentren und vor allem in den Universitätskliniken möglich waren, sind sie heute auch in kleineren Krankenhäusern auf Kreisebene möglich geworden.