Herzkatheder: Der Blick durchs kleine Loch

Eine der wichtigsten Erfindungen für Kardiologen ist neben dem EKG und der Herz-Lungen-Maschine der Herzkatheder. Ein Deutscher, Werner Forßmann, hat ihn 1928 erfunden und an sich selbst ausprobiert und die rechte Seite des Herzens untersucht. Heute beschäftigen sich die meisten Kardiologen aber mit der linken Seite, weil man so die Kranzgefäße besser sichtbar machen kann und unter Umständen mit einem Ballon diese aufweiten kann, sollten sie verengt sein.

Eine Kathederuntersuchung findet unter örtlicher Betäubung und manchmal geringer Sedierung des Patienten statt. In der Regel wird der Katheder durch die Beinvene eingeführt und dann unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben. Der Kardiologe hat dabei einen Kontrollmonitor, der ihm ständig die aktuelle Lage des Katheders anzeigt. Meist wird zuvor ein Kontrastmittel gespritzt, um besser den Verlauf der Adern und den Blutfluss darstellen zu können. Mit einem Katheder kann man den Druck, die Sauerstoffversorgung und die Temperatur in den Gefäßen und im Herz feststellen. Man kann aber auch elektrische Impulse messen und nachschauen, ob bestimmte Impulse fehlgeleitet werden (was zu einer so genannten Tachykardie führen kann).

Neben der Untersuchung ist der Katheder aber auch geeignet, Eingriffe vorzunehmen. Der wohl bekannteste und am meisten verwendete Eingriff ist die Ballondilatation. Hat man auf dem Monitor eine Verengung festgestellt, dann kann über den Katheder ein Ballon eingeführt werden, der dann an der Stelle der Verengung aufgeblasen wird und so den Engpass aufhebt. sollte das nicht ausreichen, kann man ein kleines Metallrohr, einen so genannten Stent, einführen, der die betroffene Stelle dauerhaft aufweitet. Man kann auch bestimmte angeborene Herzfehlentwicklungen wie einige Klappenfehler heute minimalinvasiv behandeln. Da geht soweit dass auch Herzklappen eingesetzt werden können.

Kommt es in der Herzregion zu Fehlern der elektrischen Impulse, können bestimmte Nervenverbindungen mittels einer Ablation unterbrochen werden.

Auch eine Kathederuntersuchung ist nicht frei von Gefahren wie Entzündungen und Nachblutungen der Einstichstelle oder Allergien gegen das Kontrastmittel, Komplikationen sind aber eher selten.